Die Geschichte der Matzinger Feuerwehr 2

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Ein besonderes Problem stellte sich der Matzinger Feuerwehr am 20. September 1967. Die Aluma bei der Talmühle in Traunwalchen, eine Firma die Magnesiumverbindungen herstellte, war zum erstenmal in Brand geraten. Mit Wasser durfte ein solcher Brand nicht geschlöscht werden, auch war man für die diese Art von Einsatz nicht geübt.

Bei der Wahl am 7. März 1969 wurde Karl Kreuzeder zum 1. Kommandanten der Matzinger Feuerwehr gewählt. Bereits über 20 Jahre, länger als jeder andere Kommandant vor ihm, steht er der Feuerwehr vor. In seine Amtszeit fällt zum einen die Gebietsreform und die damit verbundene Auflösung der Gemeinden Matzing und Traunwalchen, sowie deren Eingliederung in die Stadt Traunreut, zum anderen die Änderung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, die die Gründung eine Feuerwehrvereins für passive Feuerwehrmitglieder notwendig machte. Er war auch maßgeblich am Bau des neuen Feuerwehrhauses beteiligt.

Zu Beginn der 70er Jahre ist auf die Brandeinsätze bei der Firma Michael Lohs in Traunreut (30.08.1971), auf einen Holzschuppenbrand beim Schuhböck in Matzing (18.02.1972) sowie auf einen Brand bei der Aluma in Traunwalchen hinzuweisen (1972).

1973 leitete und plante die doch recht kleine Wehr Matzing eine Großübung im Rahmen der Feuerschutzwoche. Es wurde ein Brand in Grasreit, einem Einödanwesen in der Nähe von Matzing, angenommen. Die Feuerwehren von Traunwalchen, Traunreut, Pierling, Nußdorf, Matzing die Werksfeuerwehr der Firma Siemens waren schnell zur Stelle. Die Leitung der Übung lag bei Kommandanten Karl Kreuzeder, der diese mit Erfolg und zur Zufriedenheit aller Beteiligten durchführte.

Ein Jahr später, 1974, fand das 100jährige Gründungsfest der Feuerwehr Traunwalchen statt, zu dem die Matzinger die Patenschaft übernahmen. Diese Fest ist den Beteiligten sehr gut in Erinnerung geblieben, da am Abend des 18. Augustes ein starkes Gewitter niedergang, das das Festzelt zum Teil zerstörte und die Feuerwehrmänner zum Einsatz rief. Weitere Einsätze führten in diesem Jahr die Wehr zur Aluma nach Traunwalchen sowie zur Firma Zewawell nach Traunreut.

1975 und 1976 häuften sich die Einsätze der Matzinger Feuerwehr, wobei in beiden Jahren auch mehrere technische Hilfeleistungen, vor allem bei Autounfällen, zu verzeichnen waren.

Für seine 30jährige Tätigkeit als Schriftführer wurde 1977 Arno Goebbels von Kreisbrandmeister Huber geehrt. Neben drei Brandfällen bei der Firma Aluma in Traunwalchen, fällt in diesem Jahr vor allem der Einsatz im Sägewerk Georg in Pertenstein auf.

Am 20. April 1979 wurden Neuwahlen abgehalten, bei denen Josef Schneider zum 1. Vorstand gewählt wurde. Schriftführer Goebbels trat von seinem Amt zurück, das Michael Winterling übernahm. Die beiden langjährigen Mitglieder der Feuerwehr Johann Mittermeier sen. und Engelbert Dandl wurden mit dem Verdienstkreuz in Silber und Gold ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde auch das Feuerwehrfahrzeug mit dem langgeforderten Fahrzeugsprechfunk FUG 8 B ausgerüstet, der eine gute Ergänzung zu den bereits 1977 erhaltenen Handsprechfunken FUG 10 B darstellte.

Wichtige Entscheidungen waren im Jahr 1980 zu treffen. Der Plan, die beiden Feuerwehren von Traunwalchen und Matzing in ein Feuerwehrgerätehaus zusammen zu legen, der bereits seit längerer Zeit in kleineren Kreisen diskutiert wurde, fand bei der Abstimmung keine Mehrheit (12 zu 11 Stimmen). Die Matzinger Feuerwehr sollte also selbstständig bleiben.

Am 18. März 1982 wurde Kommandanten Kreuzeder durch Bürgermeister Wiesmann das Feuerwehrehrenabzeichen in Gold überreicht. In der selben Versammlung wurde der Wehr der Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeuges zugesagt. Die Mittel waren im Gemeindehaushalt bereits eingeplant, nur musste man noch vorher das Problem der Unterkunft klären, da das alte Feuerwehrhaus für einen Neuwagen zu klein war. Das neue Feuerwehrfahrzeug erhielt die Matzinger Wehr dann am 15. Juli 1983 (ein Mercedes 310 TSF), da aber die Unterkunftsfrage noch nicht geklärt war, wurde er zuerst in einer Behelfsgarage bei der Firma Mittermeier untergestellt.

Neuwahlen fanden am 23. März 1984 statt. Der 1. Vorstand und Kommandant blieb im Amt, neu gewählt wurden als 2. Vorstand Johann Kneffel, als Kassier Georg Maier und als Schriftführer Martin Wallner.

Der Verein “Freiwillige Feuerwehr Matzing e.V.” wurde am 19. April 1985 ins Leben gerufen. Nach dem geänderten Bayerischen Feuerwehrgesetz wird die aktive Feuerwehr, die der Stadt unterstellt ist, von der Vereinstätigkeit der Feuerwehr getrennt. Dadurch wurde die Gründung eines Vereins notwendig.

Am 13. Juni 1987 konnte, ein Jahr nach Fertigstellung, endlich das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden, das mit über 470 Stunden Eigenleistung der Mitglieder der Wehr erstellt wurde. Im Gutshof Perstenstein fand die Matzinger Wehr damit eine Unterkunft für ihr Fahrzeug und ihre umfangreiche Ausrüstung.

Das Amt des zweiten Vorstandes ging am 6. Oktober von Andreas Schwarzen

Matzinger Feuerwehr 1989

beck auf Albert Babuczki über.

Im Jahre 1989 war es dann endlich soweit. Die Matzinger Feuerwehr wurde 100 Jahre alt und feierte dieses Jubiläum mit einem Gründungsfest mit Fahnenweihe. Die Fahne wurde durch Spenden der Bevölkerung finanziert. Beim Fest waren 1500 Personen aus 62 Feuerwehren, 11 Orstvereinen und 5 Musikkapellen zu Gast.

Bei Neuwahlen am 03. März 1996 wurden Franz Neuhauser zum 1. Vorstand, Josef Dandl zum 2. Vorstand, Hermann Kaltenhauser zum Kassier und Roman Babuczki zum Schriftführer gewählt. Ebenso ist Albert Babuczki seit diesem Jahr 1. Kommandant. Die letzten Jahr wurden hauptsächlich von Verkehrsunfällen und Hilfeleistungen bei Sturm- und Wasserschäden geprägt.

Außerhalb des normalen Wahlrythmuses ereigneten sich 2000 folgende Änderungen. Bei der Generalversammlung im Gasthaus “Zur Post” trat Franz Neuhauser zurück und gab sein Amt an Engelbert Glück ab. Wolfgang Schlicht übernahm das Amt des Kassiers und Florian Ettmayr stieg in die Vorstandschaft als Schriftführer mit ein.
In diesem Jahr wurde auch der Mietvertrag mit dem Schloß Heimatbund Pertenstein auf weitere 10 Jahre verlängert und die Feuerwehrmitglieder begannen mit dem nötigen Umbau der Räumlichkeiten der ehemaligen “Lebenshilfe” Traunreut im östlichen Teil des Stallgebäudes.

Der letzte personelle Wechsel fand bei den Neuwahlen 2002 statt. Engelbert Glück trat als 1. Vorstand aus persönlichen Gründen zurück, übernahm den 2. Vorstand. Josef Dandl als 2. Vorstand übernahm den 1. Vorstand. Wolfgang Schlicht und Florian Ettmayr übernahmen ihre Ämter jeweils wieder für die nächsten vier Jahre.

Der größte Brand in der Matzinger Feuerwehrgeschichte von

Brand am 07. Mai 2002

1953 wurde durch den Brand am 7. Mai 2002 übertrumpft. Durch Schweißarbeiten verursacht brannte der komplette Westflügel des Gutshofes Pertenstein zum zweiten Mal in seiner Gesichte ab. Die Räumlichkeiten, die die Feuerwehrmitglieder gerade fertiggestellt hatten, wurden letzendlich durch den enormen Wasserschaden unbenutzbar.
Bei diesem Brand war jedoch deutlich der technische Fortschritt zu erkennen. Benötigte man 1953 noch 1 Woche zum löschen, waren es 2002 nur 2 Tage.
Feuerwehren des Landkreises, THW, BRK, HIT und Polizei waren mit beachtlichen Mannschaftsstärken und Gerätschaften angerückt um zu löschen und zu helfen.
Zum wiederholten Male stellte sich für die Feuerwehr die Frage: “Wohin mit dem Auto?” Die Raiffeisenbank Traunreut zeigte sich aber äußerst hilfsbereit und stellte vorübergehend die Hobelhalle auf dem ehemaligen Kaltenhausergelände zu Verfügung. Im Winter 2002 zog die Feuerwehr dann in eine andere Halle um, da wie im Vorjahr der Zirkus nach Matzing kam und die Hobelhalle benötigte.
Im November 2002 beschloß der Stadtrat Traunreut, die nötigen Mittel für eine neues Feuerwehrhaus für die Freiwillige Feuerwehr  Matzing in den Haushalt aufzunehmen.

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