Die Geschichte der Matzinger Feuerwehr 1

Die Freiwillig Feuerwehr Matzing wurde am 19. 12. 1889 durch die Mitglieder Peter Schneider, Demmelbauer zu Biebing (1. Vorstand), Jakob Hausschmied (I. Kommandant), Josef und Ludwig Wexlberger, Josef Rahammer, Georg Benkner, Georg Rannetsberger, Peter Schneider, Schmied zu Biebing, Franz-Xaver und Josef Wallner gegründet. Das Inventar der Feuerwehr beschränkte sich in der Anfangszeit auf 60 m Schlauch, eine Saug- und Druckspritze, einige Anstellleitern, Schlauchhaspeln sowie Helme und Schutzanzüge.

Der Gründungsvorstand Peter Schneider war bis 1928 Vorstand der Feuerwehr. Während dieser Jahre waren Jakob Hausschmied, Josef Lackner und Georg Mooshuber als Kommandanten der Wehr tätig, wobei nach dem Kriegstod Lackners im Jahr 1917 das Ko

Matzinger Feuerwehr um 1910

mmandantenamt bis 1919 unbesetzt blieb.

Neben dem Zeugwart (1900 bis 1928 versah Josef Wallner sen. dieses Amt) wird für die Matzinger Feuerwehr auch das Amt eines “Adjustanten” vergeben. 1900-1904 war es von Josef Wexlberger besetzt, von ihm übernahm es für 2 Jahre Josef Lackner. Das Amt des “Adjustanten” war ab jener Zeit gleichbedeutend mit dem des Kassiers, welches in den folgenden Jahren von Josef Schützinger und Alois Jobst ausgeübt wurde. Im Jahr 1920 wird zusätzlich das Amt eines “Schriftführers” eingerichtet, welches bis 1925 von Franz Wexlberger und von 1926 bis 1928 von Alois Jobst geführt wurde.

Aus Anlass des 40jährigen Bestehens der Matzinger Wehr wurde im Jahr 1929, unter der Vorstandschaft von Otto Schuhböck, eine Gründungsfest mit Fahnenweihe gefeiert. Patenverein war damals die Nachbarfeuerwehr Traunwalchen,
der die Matzinger Feuerwehr bereits am 12. Mai 1929, bei deren 55jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe, als Patenverein zur Seite stand.

Unter dem Vorstand Ludwig Keil wurde 1934 ein Feuerwehrgerätehaus in Matzing erbaut. Den Baugrund stiftete Ludwig Kraus. Die Kosten des Hauses beliefen sich damals auf 700,-

40 jähriges Gründungsfest 1929

RM. Zur Ausrüstung zählte in jenem Jahr, in dem Franz Leiminger Kommandant war, eine “Feuerspritze – Braun” vier “Handspritzen”, 300 m Schlauch, zwei Signalhörner und 20 Feuerröcke.

Für die schwere Zeit der Kriegs- und Nachkriegsjahre liegen über die Matzinger Feuerwehr keine Aufzeichnungen vor. Als Kommandant war in dieser Zeit Ludwig Keil tätig.

Am 6. Januar 1952 wurde durch Bürgermeister Johann Mittermeier eine Generalversammlung “Zum Zwecke der Neuwahl des Vorstandes der Freiwilligen Feuerwehr Matzing” einberufen. Es wurde ein Rückblick auf die vergangenen Jahre gemacht, wobei seit 1945 vier Brände gezählt werden konnten.

Obwohl die Matzinger Wehr in der Zwischenzeit eine Motorspritze, Uniformröcke und “viele Schläuche” angeschafft hatte, herrschte dennoch

Ehrendiplom für Peter Schneider für 15 Jahre Dienst 1910

in der Nachkriegszeit, auch bei den Feuerwehren, große Not. Dass diese erfinderisch macht, soll die folgende, mündlich überlieferte Episode belegen

Um die Matzinger Feuerwehr, die damals natürlich noch kein Fahrzeug besaß, mobiler zu machen, wurde durch die Arbeiter der Firma Wallner, besonders durch Herrn Schenkl, ein Traktoranhänger konstruiert. Dieses “Fahrzeug” war vorne mit 8 Sitzplätzen und hinter mit einer Halterung für die Tragspritze ausgestattet. Die Spritze, ein ehemaliges Wehrmachtsmodell, ist übrigens heute noch im Besitz der Matzinger Feuerwehr. Besondere Probleme warf die Beschaffung der Reifen auf, die ja in der Nachkriegszeit Mangelware waren. Hier sorgte das Feuerwehrmitglied Josef Wallner für Abhilfe, indem er aus einem ausgeschlachteten Flugzeug vier Räder für den Anhänger “organisierte”. Mit diesem “Feuerwehrfahrzeug” fuhr die Matzinger Wehr noch bis 1964, als es durch einen Ford Transit TSF abgelöst wurde, zu ihren Einsätzen.

In den 50er Jahren wurde eine Strafe von 1,- DM eingeführt, für den Fall, dass jemand unentschuldigt einer Übung fernblieb (ab 1953).

Am 31. August 1953 kam es zum wohl größten Brandereignis seit Bestehen der Matzinger Feuerwehr, dem Großbrand von Gut Pertenstein. Etwa 35 Feuerwehren waren an der Brandbekämpfung beteiligt, wobei die Matzinger Wehr noch eine Woche nach der Löschung mit der Brandwache beschäftigt war. Ein besonderer Skandal war bei diesem Brandfall die Behinderung der Feuerwehrarbeit durch Schaulustige, die nicht nur die Anfahrt der Feuerwehrfahrzeuge behinderten, sondern auch, wie der “Südost-Kurier” schrieb, “gegen drei Feuerwehrleute anstür

Ehrenurkunde für Peter Schneider für 40 Jahre Dienst 1930

mten, die abzusperren versuchten und diese auf den Misthaufen warfen”. (Südost-Kurier Nr.141 vom
9. Sept. 1953) Bei der Anforderung von Verstärkungsmannschaften versagte die Landpolizeistation Matzing dem stellvertretenden Kommandanten der Traunsteiner Feuerwehr das Telefonieren, so dass auch hier Verzögerungen eintraten. Alle diese Schwierigkeiten trugen dazu bei, dass der Schaden am Gut Pertenstein sehr hoch wurde.

1954 zählte die Freiwillige Feuerwehr Matzing 25 Mitglieder, in diesem Jahr wurde auch der erste Feuerwehrball gefeiert. Diese Bälle wurden noch im jährlichen Rhythmus bis 1959 ausgerichtet.

Ein weiterer größerer Brandeinsatz war am 7. August 1957 notwendig. Der an der Vorderseite des Wohnhauses von Josef Wallner in Matzing angebaute Heustadl brannte damals aus.

Eine neue Motorspritze (TS 8/8) erhielt die Feuerwehr 1962, ein neuer Feuerlöschwagen, ein Ford Transit TSF, wurde der Matzinger Wehr am 15. November 1964 übergeben.

Die ersten Leistungsabzeichen wurden 1966 mit zwei Gruppen abgelegt. In diesem Jahr kam es zu Brandeinsätzen bei der Firma Brüderl im Weiher und bei einem Hofbrand in Hilleck. Ein ebenfalls wichtiger Einsatz dieses Jahres war die Entfernung einer entwurzelten Eiche, die in die Traun fiel und dort die Traunbrücke zu zerstören drohte.

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